Abschied vom Schmutz

Es stört uns sehr, dass einige Obdachlose übel riechen, wir denken dabei aber nicht an die Tatsache, dass sie ganz einfach nirgends einen Ort haben, um sich zu waschen“, unterstreicht Grigori Swerdlin, Direktor von Nochlechka, empört.

Seine Würde wiederfinden
Es sieht nach nichts aus, in Moskau aber hat die Neuigkeit die Wirkung einer Bombe gehabt: Es stehen für jede und jeden Duschen zur Verfügung, kostenlos. Endlich können sich die Obdachlosen nicht nur waschen, sondern auch ihre Kleider reinigen.
Wir haben drei Duschen, eine davon ist mit dem Rollstuhl zugänglich, fünf Waschmaschinen und fünf Wäschetrockner.
Wir erwarten euch jeweils am Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag zwischen 10 und 17 Uhr am Bumashniy Proesd 2/2, Haus 6, wo wir täglich 15 bis 17 Personen empfangen können, erklärt hocherfreut Daria Baibakova, Direktorin von Nochlechka Moskau.

Auch ein Frisör
Und sie fügt bei: einml im Monat sind unsere Freunde, die Frisöre, anwesend.
Ein guter und schöner Schnitt gibt Selbstvertrauen, die Person fühlt sich weniger ausgegrenzt.
Unser grundlegendes Ziel ist es, dass letztere ihre Würde wiederfindet, die Kraft, um auszugehen, nach vorne zu schauen, präzisiert die Direktorin.

Nur für die Frauen
Daria hebt auch hervor: wir haben ebenfalls vorgesehen, geschützte Räume für Frauen einzurichten.
Jeden Dienstag von 14 bis 17 Uhr werden sie unter sich sein, nur unter sich, dies ist wichtig.
In der Tat waren zahlreiche unserer „Kundinnen“ Gewalt und anderen traumatischen Erfahrungen ausgesetzt. Deshalb ist es von grundlegender Bedeutung, dass die Frauen nicht den Männern begegnen, wenn sie es nicht wünschen, auch nicht im Gemeinschaftsraum.

Innerhalb eines Jahres…
Am 31. Juli 2020 öffnete das Empfangszentrum von Moskau ihre Türen. Seither war die moskauer Equipe alles andere als arbeitslos, trotz Covid.
Der moskauer Nachtbus feiert ebenfalls seinen ersten Geburtstag so wie auch die zahlreichen täglich stattfindenden Aktionen, um den Obdachlosen ohne Ausweise zu helfen: warme Mahlzeiten, abgegebene Kleider, Pflege, Unterstützung durch Anwälte und Sozialassistenten.

Ein paar Zahlen
3’374 Konsultationen, um die administrative Identität zu erhalten, Arbeitssuche, eine Wohnung suchen, die Angehörigen kontaktieren, in die Heimatstadt zurückkehren, Invaliden- oder Dienstaltersrente beantragen, medizinische Untersuche und Behandlungen, um bei guter Gesundheit zu bleiben.
61’560 warme Essen abgegeben, tausende von Hygieneartikeln, Masken und Desinfektionsmittel verteilt, 902 Personen haben Kleider erhalten, 781 Hygieneprodukte.

Im Verlaufe eines Jahres haben wir es geschafft, unsere Basisprojekte zu organisieren. Ehrlich, wir sind sehr stolz darauf.
Danke all den Freunden für ihre grosse Unterstützung überall dort, wo die Hilfe dringend nötig war.

Danke, dass ihr uns weiterhin unterstützt, um ein wenig Humanität geben zu können, sagt uns Daria Baibakova noch.

 

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