Ohne den Bus gehen wir drauf

Seit 20 Jahren fährt der Nachtbus täglich durch die Quartiere von Sankt Petersburg und bringt warmes Essen, medizinische Notversorgung und Aufmunterung.

Der Herbst kommt und somit suchen auch anhaltende Regenfälle und kalte, garstige Winde die Stadt Sankt Petersburg heim.
Ein übles Wetter für die obdachlosen Sans-Papiers. Und das ist erst der Anfang.
Es gibt nirgends ein Obdach, wo man geschützt ist, die Kleider sind völlig durchnässt, die Menschen leiden unter diesen misslichen Umständen und werden krank.

Ein Lichtblick in der Nacht
Sie können sich nicht vorstellen, wie sehnlich wir die Scheinwerfer des Nachtbusses erwarten. Er bringt uns eine echte Erleichterung, berichtet Vladimir, 46 Jahre alt, und tritt von einem Fuss auf den anderen vor Kälte, ein paar Schritte vom Bahnhof Ligovo entfernt.
Für Vladimir, aber auch für die zirka vierzig anderen durchnässten Personen, die sich in der Dunkel-heit zusammendrängen, ist die Ankunft des humanitären Fahrzeugs eine riesige Erleichterung.

Eine wunderbare Initiative
Im Jahr 2002 fragt man sich bei Nochlechka, wie man den zehntausenden von obdachlosen Sans-Papiers, die nichts zu essen haben, jeden Tag eine Unterstützung zukommen lassen könnte.
Ein Nachtbus, das ist es, was wir brauchen, erzählt Maxim Jegorow, der damalige Präsident der NGO. Wir haben ein Occasionsfahrzeug umgebaut, logistische Unterstützung für die Nahrungsmittel gesucht und sind dann jede Nacht losgefahren zu einigen im Voraus bestimmten Haltestellen, erinnert sich Andrei Tschapajew, heute verantwortlich für die Hilfsaktionen der NGO.
Zuerst gab es einen Bus, dann kam ein zweiter hinzu. Die nördlichen und südlichen Quartiere von Sankt-Petersburg werden besucht, die Initiative stösst überall auf grosses Interesse, so dass sogar die russischen Medien darüber berichten.
Das ist ein grosser Erfolg.
2010 gibt es nur noch einen Bus der die Route abfährt.
Ausfinanziellen Gründen war es nicht mehr möglich, für beide Fahrzeuge aufzukommen. Die Zahl der Haltestellen wurden verkleinert und wenn es feindliche Reaktionen aus der Nachbarschaft gab, muss-ten einige auch verschoben werden.
Heute, mit dem unterdessen dritten Bus, der im Einsatz ist, verfolgen wir unermüdlich unsere hu-manitäre Mission.

Die öffentlichen Bushaltestellen im Dienste des Nachtbusses
Um das zwanzigjährige Jubiläum dieses absolut unverzichtbaren Hilfsangebots zu feiern, es gibt nichts Besseres als darauf an den Haltestellen der Sankt Petersburger Busbetriebe hinzuweisen.
In Zusammenarbeit mit der Agentur Kollegi CA haben wir eine Kampagne lanciert, welche den Kunden des öffentlichen Verkehrs unsere humanitäre Aktion in Erinnerung ruft. Fotos zeigen unsere obdach-losen Sans-Papiers, unsere freiwilligen Helferinnen und Helfer sowie unsere Mitarbeiterinnen und Mit-arbeiter.
Sie zeigen, wie der Nachtbus dafür sorgt, dass die Leute auf der Strasse nicht vor Hunger sterben, dass er ihr Überleben sichert und dazu beiträgt, die Armut und die Ungleichheit ein bisschen zu ver-ringern.

Er macht es nicht mehr lange
So viele Kilometer hat er schon hinter sich gebracht, um diese tägliche Aufgabe zu bewältigen.
Das Wetter mit seinen Launen hat ihn nicht davon abgehalten: In fünf Jahren hat unser Jüngs-ter 106‘000 Kilometer zurückgelegt. Und jetzt wird er langsam müde.
Unser Ford Transit nähert sich dem Ende seines Lebens. Wir müssten einen neuen kaufen.
Aber in Anbetracht der aktuellen Situation haben wir beschlossen, ihm noch Einiges an Anstrengun-gen abzuverlangen, wenigstens bis zum nächsten Frühling.
Deshalb braucht er Ersatzteile. Der Nachtbus braucht Sie.

Mehr als je zählen wir auf Ihre unermüdliche Unterstützung.
Helfen Sie uns, den Nachtbus zu hätscheln, Sie werden Leben retten.

Wichtig: Trotz der Tücken des Boykotts ist es uns immer noch möglich, unsere Unterstützungsbei-träge zu überweisen, die heute notwendiger sind als je.

 

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