Es harzt in Moskau

Man kann es nicht anders sagen: unser Projekt eines Aufnahmezentrums in Moskau stösst auf grosse Abneigung. Eines der letzten mit den Bewohnern des Quartiers Belowoy veranstaltetes Treffen ist ein gutes Beispiel dafür.

Wir sind standhaft geblieben
Aber trotz einiger systematischer Oppositionen und trotz der zahlreichen Treffen machen wir vorwärts.
Die Eröffnung des Aufnahmezentrums ist für den 16. März 2020 vorgesehen und ab Dezember 2019 beginnen die Renovationsarbeiten.
Aber all dies erfolgte nicht ohne Schwierigkeiten, wie Sie sehen werden.

Für mich sind Sie ein Scheisskerl
Der Ton ist gegeben, zahlreiche Bewohner von Begowoy beschimpfen den Direktor von Nochlechka, Grigori Swerdlin. Er ist mit weiteren Mitarbeitern gekommen, um einmal mehr zu erklären, dass der Empfang von obdachlosen Sans-Papiers keinerlei Gefahr für die Nachbarschaft darstellt.
Nur eine Minderheit stellt sich energisch gegen unser Projekt, erklärt uns Grigori. Etwas mehr als hundert auf 42’000. Wir wissen, dass jene, die uns unterstützen, in der Mehrheit sind, fügt er bei.

Erzwungener Optimismus?
Die Zahlen bezüglich dieser Opposition divergieren.
Natalya Zlati, eine Einwohnerin von Begowoy, schätzt etwa: die Zahl der Gegner liegt bei vielleicht 1’500, sie gibt aber in keiner Weise die Stimmung beim grössten Teil der Bevölkerung wieder.
Dies ist bei Kira Gorschakova nicht der Fall. Sie denkt, der Standort in Begowoy sei nicht geeignet.
Die Wohnhäuser sind zu nahe und es gibt zwei Sektionen für Kinder, dies ist deshalb nicht erwünscht. Nicht, weil die Obdachlosen Menschen zweiter Klasse sind, es muss jedoch eine andere Option gefunden werden, der alle zustimmen können.

Wie sehr oft, finden die Lösungen für humanitäre Notsituationen Zustimmung der Mehrheit, solange diese nicht bei ihnen vorgesehen sind.

Eine Annahme, die durch die Umfrageergebnisse der Beratungsfirma KSIlab bestätigt wird, welche auf Anfrage von Nochlechka durchgeführt wurde.
Bei dieser öffentlichene Meinungsforschung, an der 300 Bewohner des Bezirks Begowoy teilgenommen haben, hat sich herausgestellt, dass die Mehrheit (81% der Antworten) denkt, dass die Obdachlosen eine zusätzliche soziale Hilfe benötigt. Sie päzisieren jedoch nicht, wo diese Hilfe erbracht werden soll.

Die Behörden haben Angst
Der Ansicht ihrer Bürger folgend, hat die Abgeordnete des Bezirks Begowoy, Zoya Andrianowa, erklärt: Die Befürworter ihres Projektes haben soziale Unruhe in unsere Region gebracht, jene, die dagegen sind, werden des Faschismus und aller Übel beschuldigt.
Noch bevor sie ihre Bewilligung erteilt haben, drohen die Behörden von Begowoy mit häufigen, systematischen und ständigen Kontrollen dieses eventuellen Aufnahmezentrums. Sie hoffen, Nochlechka damit zu entmutigen.

Die Angelegenheit wird weiterverfolgt
Um die Bedenken zu zerstreuen, hat Nochlechka die petersburger Behörden eingeschaltet, um zu bestätigen, dass ihr Aufnahmezentrum und ihre Wäscherei kein Grund für Unruhen sind. Die NGO hat sogar einige widerspenstige Bewohner nach St. Petersburg eingeladen. Diese sind von den Vorteilen des Projektes überzeugt zurückgekommen.

Die Aufgabe ist immens, unterstützen Sie uns, retten Sie Leben.

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