Überleben in der Abgeschiedenheit

Um jegliches Problem mit der Nachbarschaft zu vermeiden, wurden die Überlebenszelte an abgelegenen Orten aufgestellt.
Dies ist der Fall beim Zelt, das sich an der Mineralnaya-Strasse befindet.

Weitab von allem
Es hat den ganzen Tag nicht zu schneien aufgehört, die Strasse ist leer, kein Verkehr. Eine lange Metallpalisade umschliesst einen Garten in der Abgeschiedenheit. Ein angenageltes Schild lädt die Obdachlosen ein, das Tor aufzustossen.
Am Ende des Grundstücks versinkt das Zelt in einem guten Meter Schnee. Ein dunkler, stark geneigter Baum scheint Wache zu stehen. Silhouetten bewegen sich zum Nachtbus, er bringt ihnen das Nachtessen.

Ein feuchter Raum
Im Innern ein feuchter Raum, säuerlich, ein starker Kontrast zur beissenden Kälte draussen. Auf dem Sperrholzboden sind farbige Matratzen aufgereiht, Schuhe gleich neben Schalen dampfender Suppe; Jacken, Halstücher, Kappen sind im Zeltgiebel aufgehängt, der Ölofen schnarcht.
Heute Abend haben rund fünfzig Personen hier Unterschlupf gefunden.

Minus zehn Grad
Was würde aus uns ohne dieses Refugium?, sagt Marina zu mir. Sie verbringt ihre Nächte hier an der Wärme. Und sie ergänzt: Wissen Sie, für unsere andern Sans-Papiers ist es beinahe unmöglich, einen Schutz vor der Kälte zu finden, wir sind überall ausgestossen und die Sozialdienste ignorieren uns.
Draussen ist es minus zehn Grad.
Von Ende Oktober bis Ende April geöffnet, haben die drei Zelte von Nochlechka bis heute insgesamt 700 Personen aufgenommen, wo sie warmes Essen und erste Hilfe erhalten haben.
Dies Dank ihrer Spenden. Wir danken Ihnen dafür herzlich.
Erinnern wir uns, dass im vergangenen Winter in St. Petersburg und seiner Region 1’910 Obdachlose erfroren sind.

Danke, dass Sie die Überlebenszelte unterstützen, Sie retten damit Leben.

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